"Ein armer Hausvater bekam heftiges Gliederreißen. Ob es von der Gicht oder von einem anderen Übel herrührte, wusste er nicht; er fühlte nur entsetzliche schmerzen, die ihn berufsunfähig machten. Es war gerade Heuernte. Ich riet ihm, er solle auf seinen Heustock gehen, der eben in Gärung sei, dort eine Art Grube in das heiße Heu machen und sich zudecken, so dass nur mehr der Kopf herausschaue. Er tat's und schwitzte in einer Viertelstunde schon dergestalt, dass der ganze Körper wie im Wasser schwamm. Sechsmal innerhalb zehn Tagen stieg der Bauer in so ein Heubad, und es hat ihn gründlich kuriert."

So schrieb der Pfarrer Sebastian Kneipp in seiner "Wasserkur" aus dem Jahre 1891, einem Standardwerk der Naturheilkunde, das sich aus der Volksmedizin entwickelt hat. Das war zwar nicht in Südtirol, doch das Wissen um die Heilkraft der Heublumen und die wohltuende Kraft des Heues, das sich durch natürliche Fermentierung erwärmt, waren lange weit verbreitet. Dass heute das Dolomitengebiet - allem voran Völs am Schlern, bekannt ist für diese Form der Thermalkurbehandlung*, lässt sich wohl durch die lange Tradition dieser Heilmethode* erklären. Und natürlich durch die besondere Heilkraft der Kräuter und Gräser, die nur hier - auf den kalkreichen Böden der Dolomiten-Höhenlagen - wachsen, wo sie eine vergleichsweise hohe Wirkstoffkonzentration entfalten.
Von der Entwicklung des Heubades als Hausmittel der Bergbauern hin zur modernen Therapieanwendung*, vom Werdegang eines einfachen Bauernhofs zum spezialisierten Hotelbetrieb, unserem Hotel Heubad - lesen Sie in der Broschüre "Die Geschichte des Völser Heubades".

*bezieht sich auf historische Quellen