Noch um 1990 entsprach das Verfahren im Kern dem System, auf dem 50 Jahre zuvor der Badebetrieb aufgebaut worden war: Das Heu wurde frühmorgens gemäht (zunächst noch auf dem Schlern, später auf der Seiser Alm) und dann halbtrocken in einem Heuraum eingebracht. Dort gärte das Heu und entwickelte die Hitze für die Heubäder ganz von selbst. Die heutige Seniorchefin Maria Kompatscher begann Anfang der 90er Jahre mit einem beheizbaren Wasserbett zu experimentieren, woraus sich schnell eine moderne, ganzjährig nutzbare Alternative zum traditionellen Heubad entwickelte. Auf Grund ungünstiger Witterung konnte im Sommer 1995 kein brauchbares Heu eingebracht werden und das traditionelle Heubad musste eingestellt werden. Die anfängliche Skepsis gegenüber der neuen Methode verflog in den kommenden Jahren und so sicherte die Neuinterpretation das Überleben der Heubäder.